Baudelaire
der Spitzenkoch

Die erste gesunde Komödie in Kombination mit einem Ernährungs-Lernspiel!




Baudelaire
der Spitzenkoch

Die erste gesunde Komödie in Kombination mit einem Ernährungs-Lernspiel!

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Über den Autor Stephan C. Daniel


Über den Autor

Stephan C. Daniel

Stephan C. Daniel Autor von Baudelaire der Spitzenkoch

Stephan C. Daniel, geboren in Marburg an der Lahn, hatte in der achten Klasse sein erstes Schulpraktikum als Koch absolviert, danach folgten Berufswünsche wie Fotograf oder Modedesigner. Nach dem Abitur entschied er sich aus familiären Gründen für eine Schneiderausbildung und studierte im Anschluss Volkswirtschaft.

Während der Schulzeit jobbte er bereits als Fleischer, Kellner, Pizzabote u. ä. und gründete nach der Uni seine Werbeatelier Public-Tools mit Schwerpunkt auf Webdesign, dessen Kundenwebsites bald Auszeichnungen, wie Best Practices vom Hessischen Wirtschaftsminister erhielten.

Immer mit im Portfolio: Druckvorlagengestaltung, Text und Fotografie. Er lebt heute in Bayern, kocht, fotografiert und tanzt gerne; und treibt täglich Sport. Seine längste Tour mit dem Rennrad war von München nach Torbole, an einem Tag (ca. 380 km). Er segelt und surft gelegentlich im Urlaub und so weiter und sofort ...

(Ein aktuelles Interview mit Stephan und Trailer zu Buch und Spiel, findest Du im Pressebereich / 9 Minuten, MP3)

Trailer eBook Leseprobe

Trailer zur ersten Lesung
[00:02:56 MP4]


Buch Cover


Über das Buch

Baudelaire der Spitzenkoch - Mit Essen Spielt Man.

Buch Cover

Einfach mal reinlesen und auf den Geschmack kommen... Baudelaire möchte herausfinden, wie er eine ganz bestimmte Fraktion seiner Gäste wieder glücklich machen könnte. Er bekommt eine Ahnung und unternimmt deshalb verschiedene Reisen. Es bleibt bis zum Schluss spannend, wie es mit seiner Liebe zu Fleur weitergehen wird, zumal er auf seinen Reisen, attraktive Frauen kennenlernt, die ihm nicht nur in seiner Mission weiterhelfen. Seine Tanzeinlagen, Notizbucheinträge und Gedanken, führen den Leser jedoch immer wieder heiter zu den Dreh- und Angelpunkten des Buchs zurück. Schließlich entwickelt Baudelaire auf seinen Reisen neben verschiedenen Spielen, auch noch ein bemerkenswertes Gastronomiekonzept.

Es ist als Komödie geschrieben, was es dem Leser erleichtert, sich mit der Thematik „Essen“ zu beschäftigen und dabei „ganz nebenbei“ etwas für

seine Gesundheit zu tun. Das Buch ordnen wir in die Kategorien Beletristik, Humor, Unterhaltung, Kochen, Gesundheit oder Sport ein. Es sind 304 Seiten, auf denen die Themen Essen und Gastronomie ein wenig gesellschaftskritisch durchleuchtet werden.

Mit dem Buch ist zeitgleich eine Kartenspiele-Box erschienen (»jeu-d'œuvre«). Beide Artikel dienen der Stärkung eines gesundheitsförderlichen Lebensstils, durch Verbesserung des Wissens über Essen. Buch und Spiel sind deshalb ausgezeichnet für Sportler, Romanliebhaber mit Humor oder Fans von Gesellschaftsspielen geeignet.

Trailer eBook Leseprobe

Spiele Box Cover


Über das Spiel

»jeu-d'œuvre«

Spiele Box Cover Kartenspiele-Box Lernspiel Lebensmittel Ernährung

Die Karten Spiele Box enthält 2 Decks á 34 Blatt für 4 Spielideen, inklusvive Abbildungen von Aquarellen des Autors. Die Spieler sind „Sportler“. Jede einzelne Runde in einem Spiel ist eine Trainingseinheit, d. h. je nach Trainingsziel wird entschieden, welche Lebensmittel gerade am nützlichsten dafür ist. Dabei geben die Sterne eine erste Hilfestellung. Wie im richtigen Leben, gehört auch manchmal ein wenig Glück dazu.

Jede Spielsituation ist spannend, weil die Vergleichszahlen Anlass zum Philosophieren geben.

Mit dem enthaltenen Basis-Set wird „Nutzen Vergleich“ Trumpf mit Bedingungssatz, „Protein Poker“ oder „Nahrtett“ gespielt.

Das Bonus-Set wird nach dem „Preis-Leistungs Prinzip“ gespielt. Der Gewinner wird Spitzensportler.


(Box 12 x 19 cm), Kartenformat 59 x 91 mm , Mischung der Karten: pflanzlich / tierisch. ISBN: 9783981859713 € 19,90 [UVP] Homepage: joedoevre.de

Zum Buch findest Du hier eine Leseprobe (das gesamte 1. Kapitel)

Trailer eBook Leseprobe
[Leseprobe: Vorwort vom Verfasser]

Zum Buch

Jede Ähnlichkeit mit Personen, die leben oder gelebt haben, jede Übereinstimmung der Namen und Orte sind rein zufällig. Der Leser trägt die Verantwortung für seine Phantasie selbst; auch die Leserin. Dies ist außerdem kein historischer Roman.

Es war einmal ein berühmter Spitzenkoch, den sie Baudelaire nannten. Er lebte in einer Zeit, in der es zur Lösung jedes Alltagsproblems bereits ein Programm gab. Die Leute konnten diese Programme auf ihren mobilen Telefonen und sogar auf Armbanduhren nutzen.

Den Leuten fehlten drei Dinge: Das Wissen über den Verwendungszweck bestimmter Lebensmittel, war durch die viele Automatisierung, immer mehr in Vergessenheit geraten und verschwand aus den Köpfen. An einem Verständnis für den eigenen Körper hatten die Leute kaum noch Interesse, weil sie dachten, dass die Lebensmittel, die ihnen von den Supermärkten und in der Gastronomie angeboten wurden, schon „super“ für sie sein würden. Und schließlich wollten sich die Leute im Alltag auch nicht mehr „gerne“ gesund ernähren – weil es ihnen zu anstrengend war. Gesunde Ernährung glich einer Schnitzeljagd.

Baudelaire war beliebt bei seinen Gästen und trotzdem war er mit seinem Angebot nicht zufrieden, weil er sah, dass er unter den herrschenden Rahmenbedingungen viele Gäste nie zufrieden stellen würde … Er entschließt sich, sein Restaurant für eine Weile zu schließen und begibt sich auf einige Reisen mit Ideen im Kopf, und um etwas neues zu erfinden.

Auf seinen Fahrten hat er Zeit zum Nachdenken und so kommt Eins zum Anderen: Immer gezielter redet er mit seinen Reisebegleitungen und Leuten, denen er zufällig über den Weg läuft, über Themen die ihn an sein Ziel führen. Und er plant seine Reisen auch nacheinander, weil er sich einen Mehrwert für sein Vorhaben davon verspricht, wenn er sie aufeinander aufbaut. Mit Erfolg, denn die Rahmenbedingungen, die er sich gibt, sind tatsächlich entscheidend: Die Leute mit denen er sich umgibt, die Orte, an die er reist und die Fragen, die er sich stellt. Am Ende seines Experiments hat er so manche Lösungen im Gepäck.


[1. Kapitel]

Baudelaire überlegt...

Er brachte seine eigenen Messer mit. Mit dem Feuer spielte er, mit dem Essen aber nicht. Er, den sie Baudelaire nannten; und seine Geschichte soll hier erzählt werden. Baudelaire kredenzte in seinem Restaurant eines jener Menús, die ihn berühmt und zum Spitzenkoch gemacht haben.

Es sollte sein letzter großer Abend im Restaurant sein. ‚Mein Merci an den Gast.’ hatte er das Menú betitelt. Und Baudelaire kochte für sie, seine Stammgäste.

Charismatisch und charmant, schelmisch und gefühlvoll – er zog alle Register.

Das Abschiedsmenú wurde aufgetafelt wie aus dem Lehrbuch: Zum Auftakt das, was die Kritiker das ‚Aufwecken des Gaumens’ nannten, um am Ende eine klassische ‚Conclusio’ folgen zu lassen.

Baudelaire suchte immer die persönliche Konversation mit den Leuten. Er setzte genauso effektvoll Pausen zwischen den Gängen, wie zwischen seinen Sätzen, wenn er sich mit ihnen unterhalten hatte. Er konnte überaus ironisch sein – und im nachfolgenden Augenblick auch sichtbar nachdenklich. Er setzte den Verstand ein, wenn er kochte. Baudelaire war ein begnadeter Koch – und er folgte darin seinen großen historischen Wegbereitern wie Skeeter etc.

Auch Skeeter beherrschte, zu seiner Zeit am Herd, die Werkzeuge der Cuisine wie kein anderer. Wie gekonnt er sie nutze, zeigte sich am ‚Jour Cuisine’, dem Tag seiner weltberühmten Menúpräsentation. Skeeter war der Star bei dem Event, Tausende waren damals nach Paris gepilgert, um den Beginn der Novelle Cuisine einzuläuten – und um ihm, Skeeter, beim Kochen zuzusehen.

Dennoch ist hier die Rede erst einmal nicht von Frankreich (dazu kommen wir später noch); und zu der Zeit, von der wir reden, herrschte in den Restaurants der Städte ein für uns moderne Menschen kaum vorstellbarer Genuss.

Es war ein sonniger Ruhetag. Baudelaire wollte die Stille in der Küche nutzen und stand am Herd, um zu experimentieren. Denn er hatte sich neue Rezepte ausgedacht, die er nun in die Tat umsetzen wollte. Sonnenstrahlen drangen durch die Küchenfenster und Töpfe warfen Schatten auf die Edelstahlarbeitsplatte. Es lief Musik, ziemlich laut. Die Pfeffermühle rockte er im Takt der Musik, das Salz gab er rhythmisch ins Nudelwasser und mit den Eiern jonglierte er. Baudelaire war ein großer Koch und noch ein viel größerer Tänzer und wenn er seinen Küchengroove hatte, fielen ihm die besten Gerichte ein. Sein Tanzdrang gehörte zu ihm, wie die Petersilie auf die Butterkartoffel.

Seine Küche sah in etwa so aus, wie Sie sich womöglich solche in den berühmten Hotels in Berlin oder Paris vorstellen. Piccobello aufgeräumt und sauber, so dass er den Leuten das Essen auch auf dem Boden hätte servieren können. Es gab dort generell spezielle Posten an denen jeder Mitarbeiter, die ihm zugeteilten Aufgaben zu erledigen hatte.

Wenn Baudelaire allerdings experimentierte, übernahm er alle diese Posten selbst und die Küche gehörte ihm ganz alleine. War er Saucier, so duftete die Küche nach weingeschwängertem Dampf; und war er auch Pâtissier, seine Küche schnupperte nach Vanille, Zimt und Erdbeere. Baudelaire war vielseitig auch als Entremetier, so dass er die ganze Küche mit sommerreifen Tomaten aromatisierte. So war es bei ihm, zu jener Zeit, in der sich die Ereignisse zugetragen hatten, und egal was er machte, Baudelaire strahlte dabei Kompetenz aus und hatte Spaß daran. Eine dufte Welt, nichtwahr?

Was allerdings überhaupt nicht ‚dufte’ war und Baudelaire schon gar nicht ‚schnuppe’: Das waren seiner Ansicht nach die schweren Saucen und allerlei ‚E´s’; sie zerstörten in den meisten Fällen den Sinn der Nahrung. Viele seiner Kollegen verwendeten sie, solche Fertigprodukte und so manch Verzehr verlockend duftender Speisen, führte gar zur Übelkeit und langfristig alarmierend hohem Anteil an schlechten Body-Maß-Index (kurz „BMI“) in der Bevölkerung. Baudelaire konnte das nicht gutheißen.

Plötzlich läutete es am Hintereingang. Es war Juliette Rindsteiger, sie vertrat den Ausfahrer vom Bio-Bauern. Wenn Sie sich jetzt allerdings eine dicke schrumpelige Bauerstochter vorstellen, dann liegen Sie weit daneben! Sie war 1,72 m groß, 27, gesetzlich krankenversichert, BMI ~20, blaue Augen, schusselig. Nicht hip, nicht cool, nicht zu konventionell, nicht mutig, nicht einfach. Selbständig, loyal, nerdy, verständnisvoll, konsequent, pragmatisch, begeisterungsfähig. Keine Tussi, sportlich; und manchmal auch couch potato. Sie hatte Angst vor Schildkröten und vor zu schönen Männern. Ihre Pluspunkte: Sie hatte Manieren. Juliette musste mehrfach läuten, damit er es hören konnte. Er kannte Juliette schon seit Jahren, weil sie die ältere Tochter vom Bio-Bauern Rindsteiger war.

Die Juliette gefiel ihm, richtig verliebt war er in ihr Lächeln. Irgendwie war es nie der rechte Moment, denn um alle gleichzeitig kümmern konnte er sich ja auch nicht. Bei ihr hatte er sich gedacht, was heute nicht ist, ist morgen auch noch schön. Juliette´s Po wirkte so aufreizend in dem gelben Kleid, wenn sie das Gemüse ablud und auch ein interessantes Dekolleté war vernehmbar. Bloß verführen mochte er sie nicht von ihr lassen, denn jetzt war er ruhiger geworden (weshalb er ruhiger geworden war, erfahren Sie noch).

Sie lud gerade eine volle Selleriekiste vom Lieferwagen, schaute zu ihm rüber und meinte:
»Hallo Baudelaire, hier bin ich! Hattest Du ein gutes Wochenende?«
… und schmückte diese, eher belanglos anmutende Frage, mit einem laszivem Blick, der sich gewaschen hatte. Juliette machte unserem Burschen gegenüber schon des Öfteren zweideutig eindeutige Bemerkungen, aber zu mehr kam es nie. Er antwortete und es gelang ihm nur mit Mühe nicht auf diesen Blick anzuspringen:
»Hallo July, nein miserabel. Und wie geht es Dir - … und warum bist Du heute hier? Wir haben uns ja schon lange nicht mehr gesehen!«
»Ja, der Toni, unser Fahrer, der ist krank. Aber mir geht’s soweit ganz gut! Und warum war das Wochenende so ‚miserabel’?«
Baudelaire ignorierte die Frage erstmal, scharwenzelte um sie herum und meinte dann
»July!«
»Ja?«
»Moment, ich helfe Dir – das ist sonst zu schwer!«
dann griff unser Bursche, statt nach dem gut gefüllten Kartoffelsack, den sie schon mühsam vom Auto runter gewieft hatte, zu einem Bund frischen Schnittlach und schnupperte daran. Jetzt kam er wieder auf ihre Frage zurück und brummelte:
»Weil ! … naja. Ach nicht so wichtig.«
»Nein?«
»Ja!«
das machte Juliette nur weiter neugierig. Sie verdrehte die Augen und hakte nach
»Was, nein oder ja?«
worauf er brummig erwiderte
»Halte ein! Es ist nicht wichtig.«
»Na ja, scheint ja ein wichtiges Geheimnis zu sein. Du machst mir Angst!«
konterte sie gekonnte und scherzhaft; und grinste dabei.
»Tja, es ist eben ein so wichtiges ‚geheimes’ Geheimnis, dass es für Dich unglaublich unwichtig ist.«
Sie musste lachen, aber versuchte es nochmals mit ihrem lasziven Blick. Ein erneuter Anlauf:
»das ist ja spannend. Du machst mir Angst, aber ich find Dich spitze!«

Doch just in diesem Moment kam Kiki des Weges. Kiki war die kleine rundliche gute Seele aus der Verwaltung, die eigentlich schon im Rentenalter war. Sie hatte an dem Montag nicht frei. Denn sie kümmerte sich um Reservierungen und erledigte seit Jahren zuverlässig die Buchhaltung. Kiki war gerade bei der Post gewesen und hatte einen Einschreibe Brief abgeholt.

So wurde wieder nichts aus einer möglichen ‚Fingerwickelei’ für Juliette. Juliette war zwar gerade eher auf ‚Yologamie’, Baudelaire wäre allerdings ein guter Fang für sie gewesen.

Unser Bursche hatte schon immer Glück bei den Frauen. Die Mädels, mit denen er in der Schulzeit angebandelt hatte, wussten davon zu erzählen. Auch die, mit denen er in der Ausbildung etwas anfing. Und dann und wann ergaben sich auch Paarungsversuche über die Arbeit, auch diese Damen wussten davon zu erzählen. Sie hatten Bammel wenn er den Raum betrat, jammerten, wenn es ihn weiterzog, aber freuten sich, wenn sie ihn einmal wiedersahen. Ihm war es wurscht egal, wo er sich mit den Damen vergnügte, wo ein Wille war, war schließlich auch ein Feldweg. Und dann: Zuerst ein herzhafter Kuss und schließlich zog er die Geliebte in seine Arme. Er war ein fescher Bursche, unser Baudelaire. Und lachen konnte er, schön und kräftig lachen.

Kiki wedelte mit dem Einschreibe Brief und funkte Juliette damit, wenn auch unbeabsichtigt, ordentlich dazwischen: »… huhu - hier ist Post für Dich Baudelaire!«
und unser Spitzenkoch wandte sich interessiert dem Brief zu; nahm und öffnete ihn eilig. Nachdem er den Inhalt kurz überflogen hatte sagte er, bis über beide Ohren strahlend: »Schön! Mal was Erfreuliches. Dann hat das also geklappt. Kiki: Vielleicht gibt’s bald was zu feiern!«

Juliette stand da, wie bestellt und nicht abgeholt. Sie zuckte mit den Schultern und verdrehte enttäuscht ihre blauen Augen. So mühte sie sich noch mit den rotfleischigen ‚Emmalie Kartoffeln’ ab, welche Baudelaire´s Köche für ihre Farbenspielerein brauchten. Sie konnte sich kaum bewegen in ihrem engen gelben Kleid, das jetzt auch nicht mehr so gelb war. Dann verabschiedete sie sich lautstark: »… tschüss Ihr Hübschen. Ich muss dann auch mal wieder weiter!«

Kiki und Baudelaire drehten sich erschrocken um. Küsschen links, Küsschen rechts »… tschüss Du Hübsche!« sagte er zu Juliette. Während Kiki und Juliette sich ebenfalls verabschiedeten, drehte unser Bursche sich um, rümpfte die Nase und sagte zu sich langsam »… puhhh´ riecht wirklich verflixt irritierend!«

Juliette stieg in den Wagen und fuhr davon, während Baudelaire sich wieder zu Kiki herumdrehte. Auf dem Weg zur Tür fragte er sie:
»… und sonst, war noch irgendwas Wichtiges, als ich vorhin bei der Arbeit war?« »Ja… also zunächst einmal das Architektur Büro Egon Bruchhaus für eine Jubiläumsfeier … «
»a ha.. .ja weiter«
» …und dann das Autohaus Rost, die wollten eine Geburtstagsfeier für zwanzig Leute! Dann Elektrohaus Schlag, Feinbäckerei Helmut Ofenloch für eine Reservierung, Spedition Schleicher … «
»… ja ja ist ja schon gut! Halte ein! Gabs´ sonst noch irgendwas brennend Wichtiges?«
»Brennend? Eine junge Dame hat angerufen und wollte sich auf die Ausbildungsstelle bewerben.«
»A ha gut! Wie hat sie ausgesehen? Ach nein war ja ein Telefonat.«

Dann verschwanden die beiden im Gebäude.

Damit Sie ein besseres Bild von der Situation vor Ort bekommen, möchten wir Ihnen allerdings noch ein wenig Baudelaire´s Restaurant beschreiben. Dort gab es einen roten Teppich und mit weißen Decken gedeckte Tische, auf denen unser Spitzenkoch seine Gaumenfreuden servierte; für die er bereits einiges an Anerkennung erhielt, weil sie so sagenhaft lecker waren.

Er war ein Koch, der ansonsten relativ sportlich und ausgeglichen war, weil er sich seine Zeit so frei hielt, dass er täglich neben der Arbeit auch Bewegung und Ruhe hatte. Natürlich achtete er auch auf seine Ernährung, sonst hätte es insgesamt kaum möglich sein können, das er für Frauen so attraktiv war.

Nichtsdestogeringer war es die Krux daran, dass ihm seine vernünftige Ernährung gar nicht bewusst war, denn er hatte sich nie so richtig Gedanken darüber gemacht; und wusste deshalb auch nie eine einleuchtende Begründung, wenn ihn die Leute danach fragten. Außerdem hielten die Leute Baudelaire auf den ersten Blick immer für viel jünger als der Bursche es tatsächlich war und indem er sie raten ließ, machte sich einen Spaß daraus, weil er die Antwort ja meistens schon kannte. Dann hatten sie reichlich Mühe ihm sein Alter zu glauben.

Sie spekulieren jetzt sicher schon, wie alt der Bursche wohl gewesen sein mag, wenn er immerhin schon Spitzenkoch war und wir möchten Ihnen den Spaß auch nicht verderben und kommen gleich darauf zurück. Baudelaire hatte meist einen Dreitagebart, was ihn ja eigentlich auch älter wirken ließ. Meist trug er auch eine Kochmütze, die so hoch wie eine Salatgurke lang war. Häufig waren es die Frauen, die von ihm wissen wollten wie alt er war.

Den größten Bogen machte allerdings unser Bursche um diese ‚Altersraterei’. Denn wenn es darum ging, das Alter der Damen zu erraten konnte er nur daneben liegen. Entweder schätzte unser Bursche das Alter richtig, dann lag er deswegen daneben, weil die Frauen dachten »... ach her je, sehe ich wirklich schon so alt aus, wie ich bin?!« Schätzte er sie zu jung ein, dann dachten sie »... ach her je, ich möchte aber nicht wie ein Püppchen aussehen!« Und die letzte Möglichkeit war natürlich der schlimmste anzunehmende Fall. Und da kannten Frauen keinen Spaß!

An der Hauswand des Restaurants strahlten abends Lichter empor und der Empfangsbereich erwartete die Leute mit einem goldenen verschnörkelten Holzpult, auf dem ein großer Terminkalender lag. Denn viele Leute wollten in „Baudelaire´s Restaurant“ einen Tisch reservieren – nicht bloß weil er wie ein richtiger Koch aussah und leckere Gaumenfreuden zu bieten hatte, sondern weil er ein Geheimnis kannte, von dem alle guten Köche wussten, welches sie aber nicht in der Ausbildung lernten: Unser Spitzenkoch interessierte sich wirklich für die Bedürfnisse seiner Gäste.

Vielleicht stellen Sie sich jetzt ein typisches Sternerestaurant vor, in dem Sie schon einmal Ihren Gaumen verzaubern ließen. In der wirklichen Welt bekommen Hotels bis zu fünf oder manchmal auch sieben Sterne für die Ausstattung, nicht aber für die Qualität. Restaurantköche bekommen bis zu drei Sterne für Qualität und Kunst, nicht aber für die Ausstattung. Zwar empfand auch Baudelaire es für viele Jahre als sein Non-Plusultra, die Augen und Gaumen der Leute zu begeistern. Er spielte mit dem Essen.

Nichtsdestoweniger lies Baudelaire irgendwann Sterne Sternschnuppen sein und schwebte bereits in einer anderen Sternengalaxi. In dieser neuen Galaxi sammelte er sich bereits tausend und einen Stern zusammen. Jeder Gast ein Stern. So besann er sich zurück auf seine Vision, die er vor seiner Ausbildung hatte.

Damals, direkt nach seinem Abitur, als er ziemlich ideell unterwegs war, war es Baudelaire vor allem wichtig, den Menschen gutes Essen zu bereiten. Darum entschloss er sich für eine Ausbildung zum Koch. Baudelaire definierte ‚gutes Essen’ heute wieder wie damals und setzte seine Priorität wieder mehr auf die Ausgewogenheit. Baudelaire optimierte die Speisen mehr in Richtung ‚was ist gut für den Körper’ und verband dies mit‚ was ist gut für Gaumen und das Aug’... - nennen Sie es ruhig ‚übliches Restaurant’. Ja, er betrieb nunmehr ein übliches Restaurant, aber ein Kleinod. Ein Geheimtipp. Er kaufte sehr gute Produkte ein, aber keine exotischen. Er fertigte selbst, nichts kam aus der Tüte, nichts kam aus der Dose.

Der Bursche hatte noch eine weitere Schwäche, solange er nicht unter der Haube war: Eine Schwäche für die ‚Sternengalaxi’ der attraktiven Frauen, aber das haben wir ja gerade schon bei Juliette beobachten können.

Jetzt können Sie sich ausrechnen, dass jemand, der noch alberne Scherze über das Alter der Frauen machte und in der Küche auf Klassiker wie Robin Thicke, Tone Loc oder INXS groovte; dann von mancher Frau für dreißig gehalten wurde. Obgleich ihn die Frauen ‚deliziös’ fanden, das muss man sagen!

Baudelaire dachte, dass wenn sich die Leute in einem feinen Restaurant zum ersten Mal zum Dinner trafen, waren sie oftmals ein wenig zurückhaltend. Sie fürchteten sich davor, dass sie die Etikette nicht einhalten könnten. Denn in jedem Restaurant wurden unterschiedliche Regeln gelebt. Die allgemeine Etikette war zwar wichtig, obgleich die Leute immer daran denken sollten, dass es immer Besonderheiten gab, die sie zu einer Gesellschaft zugehörig machten oder nicht. Oder manchmal fürchteten sie auch, sie könnten zu leger oder sogar zu schick gekleidet sein. Frauen war es ein großes Anliegen, dass sie sich der Situation entsprechend geeignet kleideten, und ihre Männer .... – die Männer trugen schick zurückhaltend, denn ihr Schmuck waren die Damen. Es war wie beim Paartanz, bei dem der Mann aufforderte und führte. Immerhin fürchteten Frauen auch, ihre Männer mit der Kleidung nicht beeindrucken zu können oder andere Frauen könnten geeigneter gekleidet sein. Und unser Spitzenkoch hatte in all den Jahren beobachtet, dass Männer manchmal gelangweilt davon waren, gleichwohl sie genau wussten, dass es mit den Damen anders nicht lief. Wenn man das nicht wüsste, könnte man sich sogar fragen, ob die Männer ihnen manchmal überhaupt zugehört hatten, wenn Frauen über ihre Kleider und Handtaschensorgen klagten.

Das Ding war: Baudelaire brachte die Leute zusammen. Alle fühlten sich wohl und verspeisten ihre Leibgerichte auf seiner Speisenkarte rauf und runter. Die Speisenkarte war bei Baudelaire bisher eine alte Schiefertafel, auf der jeden Tag eine neue Geschichte geschrieben stand. Er ging nämlich abends immer um die Tische herum (er hatte immerhin mehrere Räume mit Tischen ...) und unterhielt sich mit den Leuten. Dabei schaute er sie an, wenn sie ihre Geschichten erzählten. Er kraulte sich den Dreitagebart, nickte bestätigend und hatte immer ein paar Tropfen leckere Sauce auf seiner Kochjacke. Die Kochjacke war nicht weiß, sondern bunt gemustert mit gelben Knöpfen und täglich hatte seine Mütze eine andere Farbe.

Und so kamen die Leute äußerst gern in sein Restaurant, reservierten teilweise um Wochen im Voraus, reichten seinen guten Ruf an Freunde weiter und sprachen auch auf der Arbeit mit Kollegen darüber, die ihrerseits auch reservierten. Bald verbrachte Baudelaire lange Abende damit zu, andere Leute zu bekochen, und er begann, ein beträchtliches Vermögen aufzubauen; selbst wenn er seine Speisen gar nicht teuer anbot. Er dachte sich immer, er könnte mehr Geld verlangen, aber das war ihm peinlich.

Ein Menú kostete bei ihm beispielsweise nicht viel mehr als beim Schnellrestaurant, nur wenige Häuser entfernt. Durch seine gute Vorbereitung gelang ihm allerdings eine günstige Kalkulation. So waren die Leute zufrieden und er auch. Anders als beim Schnellrestaurant, das auf der ganzen Welt tausende von Filialen hatte, konnten die Leute bei unserem Spitzenkoch sogar sicher sein, dass sie langfristig Freude an ihrer Gesundheit behielten. Übrigens hatten viele Freunde und liebe Menschen aus seiner Familie ihm schon zu höheren Preisen geraten; »Baudelaire, Deine Gerichte sind fabelhaft und Du solltest Deine Preise anheben! «
»Warum?«
hatte Baudelaire immer nur wieder entgegnet,
»... das haben mir sogar schon Gäste gesagt!«
Dazu müsste man erklären, dass sich hin und wieder Leute in sein Restaurant verliefen, die nur deshalb in ein Spitzenrestaurant gingen, weil sie sich damit rühmen wollten, in einem solchen Spitzenrestaurant gegessen zu haben. Sie hatten immer großen Kummer gehabt wegen der Leute, die in seinem Restaurant am Nachbartisch aßen, aber nicht so teuer gekleidet waren wie sie selbst. Baudelaire fiel jedoch auf, dass er manchmal die gewöhnlich gekleideten Leute attraktiver fand, als die teuer gekleideten. Alle Leute, die in sein Restaurant kamen, waren schick gekleidet und doch sah man den Kleidern an, ob sie schwindelerregend teuer oder auch für den Otto-Normalverbraucher erschwinglich waren.

Also arrangierte Baudelaire hin und wieder exklusive Abende, die im Zeichen von Champagner & Lobster standen und denen wirklich nur die Geldbeutel der betuchteren Leute standhalten konnten. So fühlten sich die betuchteren Leute viel wohler, weil sie unter gleichgesinnten einen Abend verbrachten. Baudelaire wusste nicht so recht, was er von dieser Zweischichtengesellschaft halten sollte. Er war nicht nur erfolgreich, weil er die Gabe besaß, die Leute um den Gaumenverstand zu kochen. Er verstand auch die Geheimnisse eines guten Gastgebers.

Zunächst einmal wusste er, wie er die Leute dazu motivierte, sich für einen Abend in seinem Restaurant so heraus zu putzen, dass sie selbst zu den Hauptdarstellern des Abends wurden, denn er bot ja mit seinem Restaurant nur die Tapete, auf der sich alles abspielte. Selbst wenn viele Leute dachten er hätte die Hauptrolle. Doch der Koch mit der bunten Kochjacke sah sich eher in einer Art Nebenrolle und nur als Moderator für die Leute.

Erkundigte sich beispielsweise eine Dame bei ihm »Glauben Sie, dass ich mit dem Kleid meinen Mann beeindrucken kann, Baudelaire?« dann fragte er: »Was bedeutet für Sie beeindrucken?« Das half den Leuten, über ihren Wunsch nachzudenken, und so half er ihnen ihre Antworten zu finden, die sie glücklich machten.

Die gesamte Menschheit beschäftigte sich mit der Frage, welche Form der Ernährung denn nun die sinnvollste für die Leute war und zufällig wusste Baudelaire auch über die Ernährung ein wenig bescheid. In der Gastronomie war das eher eine Besonderheit, weil die Köche es mit einer Vielzahl kultureller Spezialitäten und Kulturen zu tun hatten, die es kochtechnisch zu beherrschen galt.

Gleichzeitig forschten Wissenschaftler weltweit danach, welche Ernährungsform die gesündeste für die Leute sei. Beinahe täglich meldeten Zeitungen neue Erkenntnisse darüber. Besonders Illustrierte erfanden immer wieder abenteuerliche Diäten, mit denen sie ihre Auflagen und damit ihre Gewinne steigerten. Doch ‚Diät’ ist ein komisches Wort und in dies ist auch kein ‚Diät Buch’. Auch unser Spitzenkoch war der Ansicht, dass die Leute mit diesem Wort im Grunde meistens einen Zwang verbanden; also etwas negatives, weil sie eine Einschränkung in ihrer Essqualität sahen und dabei steht das Wort einfach nur für Ernährung. Die Leute konnten sich also genauso gesund ernähren wie ungesund; und sie konnten genauso gesund diäten, wie ungesund.

Baudelaire hatte wohl eine Form der Ernährung gelernt, die den Menschen gut zu tun schien und er wollte herausfinden, was das Besondere daran war. Die Kochausbildung war eine wilde Zeit, so dass er das damals eigentlich nie so richtig bewusst gelernt hatte. Vielleicht waren es die Passagen, die er „einfach nur auswendig“ lernte, um Punkte zu sammeln. Bewusst verstanden hatte er diese komplexen Zusammenhänge irgendwie nie. Doch jetzt besann er sich darauf.

Er unterhielt sich als Koch mit seinen Gästen, um herauszufinden, was sie beim Essen liebten. Schon das mochten die Leute. Denn, manchmal waren sie auch in Restaurants, in denen ein Menú viel teurer war als bei Baudelaire, das Essen überhaupt nicht lecker geschweige denn gesund war; und unterhalten hatte sich auch keiner mit ihnen.

Mit den etwas besser betuchten Leuten hatte Baudelaire kaum gute Gespräche, denn sobald er genau wissen wollte, was ihnen besonders geschmeckt hatte, sagten sie nur »Baudelaire, natürlich hat es sehr gut geschmeckt, wie immer ...«. Die einfacher situierten Gäste sagten auf die gleiche Frage eher Dinge wie »Baudelaire, das Essen hat sehr gut geschmeckt, weil es einem das Gefühl gibt, dass es ausgewogen ist«.

Mit den Geheimnissen eines guten Gastgebers, seinem Ernährungswissen und seiner Kochkompetenz, war Baudelaire also ein ziemlich guter Koch, was bedeutet, dass er die eine Gesellschaft genauso glücklich machte, wie die andere. Manche Leute waren Fan seiner ausgewogenen Küche und andere Fans seiner Sterneschnuppen.

Und trotzdem dachte unser Spitzenkoch über eine Veränderung nach. Er war nicht zufrieden, weil er ganz deutlich sah, wie sich viele Leute schwer darin taten, sich gesund zu ernähren. Sowohl ein paar Häuser weiter im Schnellrestaurant, als auch überall auf der Welt. Baudelaire sucht eine Antwort ...

Baudelaire hatte sein Restaurant in einer Stadt mit vielen Fahrradwegen, die häufig von schönen alten Allee-Bäumen zur Straße getrennt wurden. Diese Stadt war berühmt dafür, eine der grünsten Städte mit den größten innerstädtischen Parks weltweit zu sein. Ihre Bewohner nutzten die Parks wie Bewohner andernorts ihr Wohnzimmer. Aber die die Leute grillten dort auch, sie trieben Sport oder erholten sich ganz einfach. Diese Stadt unterschied sich auch in der Hinsicht von anderen Städten der Welt: Die meisten Leute gingen immer noch einem gut bezahlten Beruf nach und konnten sich auf eine funktionierende Regierung verlassen. Es gab alle möglichen Zeitungen und jeder hatte genügend Alternativen sich zu informieren und weiterzubilden. Bildung zu allen nur erdenklichen Themen. Es gab freie Universitäten, Abendkurse und jede Menge Büchereien.

Obwohl dem Stadthaushalt nach alles besser lief als in vielen anderen Städten, gab es hier dennoch Leute, die sich gerade nur das Nötigste für den täglichen Bedarf leisten konnten und sogar immer mehr von solchen Leuten, die sich Mittags in aller Öffentlichkeit schon eine Flasche Bier aufmachten. So hatte die Regierung dieses Landes erst kürzlich eine Untersuchung veröffentlicht, aus der hervorging, dass beinahe jedes vierte Kind übergewichtig war. Baudelaire las darüber in der Zeitung und so dachte er über solche Dinge nach. Die Regierung hatte aber noch andere Probleme mit Kindern: Einige Kinder gingen gar nicht erst zur Schule, weil sie von anderen Kindern über Soziale Internet-Netzwerke, gemobbt wurden. Und wieder andere Kinder gab es erst gar nicht, weil vor allem bildungsstarke Erwachsene immer weniger Kinder in die Welt setzten. So kam Baudelaire darauf, dass dies möglicherweise auch dazu führte, dass die Leute sich selbst immer weniger Geld in die gemeinsame Rentenkasse einbezahlten und später - im Lebensabend, nicht einmal das Nötigste für den täglichen Bedarf - geschweige denn eine Mietwohnung, sich würden leisten können.

Mobbing konnte sowohl Erwachsenen am Arbeitsplatz, als auch schon Kindern in der Schule passieren; und obwohl alles so gut lief, häuften sich die Mobbingfälle; und die Regierung hatte sogar schon ein Gesetz dagegen erlassen.

Es gab auch viele erwachsene Leute, die übergewichtig oder überaus unglücklich mit ihrem Köper waren, so dass sie sich selbst mit Abnehmprogrammen zu behandeln versuchten, indem sie alle möglichen Zauberprodukte kauften oder sich an zahlreichen Kohlrezepten diverser Illustrierten ausprobierten. Eine beliebte Methode nackt gut auszusehen sahen viele Leute auch darin, dass sie sich bei einem Chirurgen unters Messer legten oder Mitglied in einem Fitnessstudio wurden, welches sie anschließend dann doch nicht besuchten. Nichtsdestotrotz kamen diese Leute auch in Baudelaire´s Restaurant - … und das nicht gerade selten. Einer Statistik der Regierung zu Folge lagen über die Hälfte der Leute mit ihrem Body-Maß-Index außerhalb der gesunden Zone.

Und das ging sogar weiter: Einmal im Monat machte sich unser Sternkoch nicht nur Gedanken, sondern er half auch ehrenamtlich bei der Essenausgabe für Obdachlose mit. Und dort traf er eben solche Leute wie Günther, den er beispielsweise fragte: »Günther, haben Sie heute auch schon genügend Wasser getrunken? «
»Ja, ja ... – im Bier war viel Wasser. «
»Sie wissen schon wie ich das meinte – haben Sie auch nur Wasser getrunken? «
»Ja, ja ... – ich weiß das ich mehr trinken sollte ...! «
doch im Grunde genommen war es ihm doch egal. Denn Günther glaubte, dass es doch nicht so dramatisch sei, einen Tag mal wenig zu trinken. Doch die Tage vergingen so schnell, so schnell wie er jeden Tag diesen Gedanken hatte. Warum auch nicht ..., könnten Sie jetzt sagen. Doch sein Problem war es auch, dass er schon zweimal einen Herzstillstand hatte und der Arzt ihm verordnete, er möge darauf Acht geben ausreichend zu trinken. Weil Günther schon recht alt war, könnte es beim nächsten Mal sicher nicht gut ausgehen, und er könnte dabei drauf gehen.

Günther hatte eine Menge anderer Probleme: Er hatte niemals richtige Eltern gehabt, die für ihn gesorgt und ihn großgezogen hätten, mit Freunden und Frauen hatte es auch nie so recht geklappt und stark übergewichtig war er auch. Leider hatte Baudelaire keinen Einfluss auf den Speiseplan der Obdachlosen, denn der wurde von Beamten in der Stadtverwaltung dirigiert. Günther bewegte sich den ganzen Tag nicht und trank zu viel Bier.

In Baudelaire´s Restaurant ging es ganz anders zu als bei den Obdachlosen: Die Gesellschaft, die zu ihm zum Dinner kam, bekam generell immer eine Karaffe Tafelwasser serviert und immer wieder nachgereicht. Auch zum Espresso bekamen die Leute immer ein Gläschen Wasser. Baudelaire hatte einmal davon gelesen, dass ein ausgeglichener Stoffwechsel nur dann möglich ist, wenn dem Körper etwa ein Liter Wasser pro zwanzig Kilo Körpergewicht zur Verfügung stehen. Diese Regel hatte er Günther natürlich auch gesagt, was allerdings viel interessanter ist: Darauf hin sah er es als eine Serviceleistung für seine Gäste an, sie mit viel Wasser zu versorgen. Interessant war, dass in Folge dessen die Weinbestellungen zunahmen. Er fuhr also sehr gut damit und seine Gäste fühlten sich tatsächlich wohler. Zum Beispiel ging häufig ein junges Paar in sein Restaurant zum Essen. »Wie hat es Euch geschmeckt?«
fragte Baudelaire sie. (Sie waren bereits per Du)
»Danke, sehr gut. «
sagte Lorraine.
»Was hat Euch heute besonders gefallen?«
Das war so seine Art – er hakte immer noch mal nach und wollte es genau wissen.
»Was uns heute aufgefallen ist? Hm.. also was wir sehr angenehm finden ist, dass Ihr Euch seit ein paar Wochen um Wasser kümmert. «
worauf ihr Freund, Darnell zustimmte
»Ja, das ist uns aufgefallen. Wir hatten uns gestern sogar darüber unterhalten ... «
Lorraine und Darnell waren Mitte dreißig und hatten Erfolg in Ihren Berufen; er war Projektmanager, oder so ähnlich. Baudelaire hatte nicht ganz verstanden was er genau machte. Er verstand es jedenfalls, Dinge zu organisieren und wohl auch seine Kollegen in der Firma bei speziellen Vorhaben unter einen Hut zu bringen. Das merkte Baudelaire auch an der Art wie er für seine Freundin und sich die Tischreservierung ‚fixte’. Scheinbar gab es für die simpelsten Vorgänge immer auch spezielle Wörter, die meistens englisch waren, obwohl wohl alle seine Kollegen gar kein Englisch untereinander sprachen. Es kam Baudelaire wie eine Geheimsprache vor. Seine Freundin war Grundschullehrerin, sie verstand es also, Dinge so zu beschreiben, dass auch Baudelaire sie gleich verstand. Bei ihrem Freund brauchte er hingegen manchmal fasst ein Bedeutungswörterbuch.

Er hatte auch andere Paare in seinem Restaurant, die ein bisschen wie Loreen und Darnell waren, aber nicht so glücklich. Sie hatten immer noch eine Kleinigkeit auszusetzen, daran hatte sich Baudelaire bei Zeiten einmal überlegt die Leute anders zu fragen, um zu sehen wie die Reaktionen der Leute sind. Sie haben es sicher schon gemerkt: Bei dem jungen Paar fragte er gezielt, was ihnen besonders gefallen hatte. Im Allgemeinen hatten die Leute tatsächlich Schwierigkeiten damit, denn es forderte ihnen Denkleistung ab. Bei einigen Leuten hielt er sich dann etwas zurück. Genau genommen hielt er sich bei den unglücklichen Paaren zurück. Wobei es ihm Rätsel aufgab, weil er sich ja nur erkundigte, um sein Restaurant für seine Gäste noch besser zu gestalten. Denn was ihm am meisten am Herzen lag war, dass die Leute eine angenehme Zeit in seinem Restaurant verbringen konnten und er ihnen mit seiner Arbeit Freude bereitete.

Die unglücklichen Leute beklagten sich immer zu, vor allem über die Kantine bei ihrer Arbeit und darüber, dass sie keine Zeit hätten. Weder Zeit zum selbst kochen - beispielsweise abends - noch genügend Zeit für die Mittagspause. Weil sie immer viel zu tun hatten, hatten sie auch jede Menge Geld und immer etwas zu Essen in der Nähe. Andererseits war es nicht so, dass sie das glücklich machte, denn entweder waren sie nach der Mittagspause im Büro so müde, dass sie in den folgenden Besprechungen mit Kollegen fast einschliefen, oder sie hatten nach dem Essen erst richtig Hunger bekommen. Gleichzeitig fragten sie sich schon, wie das andere machten. Bei den unglücklichen Leuten in Baudelaire´s Restaurant, waren wieder die Übergewichtigen in der Überzahl. Entweder hatten sie stets etwas zu meckern, oder sie waren einfach schlecht gelaunt. Was ja etwas anderes ist. Es gab aber auch solche Leute, die sehr schlank und trotzdem unglücklich waren. Das waren meistens junge hübsche Frauen. Die Vielfalt der Gäste in Baudelaire´s Restaurant war also ebenso bunt wie seine Kochjacke.

Viele Leute fühlten sich kurioser Weise immer unwohl, und das bereitete ihm überaus Kopfzerbrechen; und Baudelaire verspürte den Wunsch in sich, sich um sie kümmern zu wollen. Hin und wieder kam es vor, dass sich die unglücklichen Leute ihm doch öffneten. Nur sagten sie es eher aus sich heraus, ohne dass er etwas fragte. Sie sprachen ihn direkt an, wenn sie wissen wollten, warum seine Saucen ‚so leicht’ und trotzdem lecker waren - tatsächlich hätten sie die leichten Saucen zu Hause gerne nachgekocht, aber sie hatten ja kaum Zeit.

Eines Abends dachte er sich, ob er solche Leute geradezu inspirierte, ihm solche Fragen zu stellen. Das ging sogar soweit, dass er von ihnen zuweilen Berichte über den Zustand ihres Stuhlgangs erhielt. Das machte ihn dann doch stark stutzig und er empfahl ihnen daher einmal einen Arzt zu konsultieren. Solche Themen waren ihm peinlich und sie gehörten aus seiner Sicht auch nicht in ein Restaurant. Er unterhielt sich auch mit anderen Spitzenköchen darüber, um zu erfahren welche Erfahrungen sie mit glücklichen und unglücklichen Gästen hatten. Die Kollegen allerdings beschäftigten sich lieber mit physikalischen Fragen: Etwa in welchen Aggregatzuständen sie Spinat als Suppe servieren konnten. Natürlich hatten auch sie zufriedene und unzufriedene Gäste in ihren Restaurants – eine bunte Mischung von allem, wie bei ihm. Doch aus dem was sie sagten, zog Baudelaire das Resumé, dass sie darin weder eine Verantwortung noch einen Zusammenhang mit ihrer Arbeit sahen.

All dies fand Baudelaire äußerst interessant, brachte ihn aber nicht vehement weiter. Er verzweifelte beinahe daran und hatte das Gefühl, diese unzufriedenen Leute nicht unterstützen zu können. Selbst wenn sie immer wieder einen Tisch reservierten - ihn beschäftigte es immer mehr!

Außerdem hatte er an sich beobachtet, dass ihn Gespräche mit solch unglücklichen Leuten viel mehr anstrengten, als sie ihm Freude bereiteten, wie etwa Gespräche mit dem jungen Paar Loreen und Darnell. Um selbst nicht unzufrieden zu werden, fragte er sich sogar, ob er mal eine Auszeit nehmen sollte. Das junge Paar war erst kürzlich für ein halbes Jahr auf Weltreise gewesen, was ihn reichlich inspirierte. Darnell nannte es „Sabbatical“, worauf Baudelaire erst einmal wieder nachfragen musste. »Baudelaire, ich sehe das Du unglaublich erschöpft ausschaust!« »Das ist nicht gut, wenn Ihr als meine Gäste das merkt. Das tut mir leid!« »Du könntest ein paar Wochen schließen und Dich erholen – das könnte Dir gut tun!«

Unser Spitzenkoch hielt das für eine gute Idee. Vielleicht eine kleine Auszeit? Da er jedoch Rücksicht auf seine Gäste nehmen wollte, müsste er die Auszeit so einrichten, dass sie ihm dazu diente das Problem zu lösen, was ihn so beschäftigte. Er wollte ein noch besserer Gastgeber werden. Und was sollten seine Mitarbeiter während dieser Zeit tun?

Und so kam es, dass er sich zu einer Reise entschloss, und überall sollte es sich ausgehen, dass er ein wenig mehr darüber erfuhr, wie die unzufriedenen Leute sich selbst zufriedener machen könnten. Wenn es denn einen Weg gäbe, überlegte er, dann würde es ihm auf einer entspannten Reise gewiss auffallen.


Trailer zur ersten Lesung
[00:02:56 MP4]

Erfolg ist es in meinen Augen, wenn ich andere Menschen mit meiner Arbeit, die mir Spaß macht, ebenfalls glücklich mache.

"Baudelaire der Spitzenkoch" habe ich geschrieben, weil es ein Buch ist, wie ich es mir in meiner Jugend gewünscht hätte. Unterhaltende Lektüre vollgepackt mit den Basics zur Ernährung. Mein Weg ist daher, dass Dir die weitere Lektüre erstens Spaß bereitet und dann natürlich auch einen gesundheitlichen Vorteil bringt. "Baudelaire der Spitzenkoch" wurde im Oktober 2016 erfolgreich auf der Buchmesse in Frankfurt präsentiert. Dein Stephan

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Alle Bilder auf dieser Website und im Buch unterliegen dem Urheberschutz. © Stephan C. Daniel


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Hallo Stephan, das Cover ist wirklich schön geworden, war eine gute Idee mit den Aquarellen mal was neues auszuprobieren. Wer seiner Ernährung einen gesunden Touch verpassen möchte, für den ist Dein Spiel die Beste Wahl.VLG Beatrice Beatrice F. , 29.12.2016 14:11

Grüße aus Bochum
Einen schönen, guten Morgen, Stephan,
auf den Spieltagen haben wir wieder viele nette Menschen getroffen und gute Gespräche geführt.
Deine Brokkoli-Karte liegt hier auf meinem Schreibtisch. Auch ich würde mich freuen, wenn wir in Kontakt bleiben und vielleicht mal etwas zusammen bewerkstelligen.
Mit den besten Grüßen aus Bochum
KarstenKarsten H. spielerei.de, Bochum 01.11.2016 11:22

Begleitende Prosa zu Spielen
Der Ernährungsteil des Buches ist Stephan C. Daniel dafür umso besser gelungen. Immer wieder streut er in die Geschichte wirklich sehr interessante Informationen zu diesem Thema ein, man saugt sozusagen nebenbei das Wissen auf – Quasi genauso wie beim Spielen von „Jeu-d'œuvre“.
Dessen Entwicklungen und die damit einhergehenden Gedankengänge von Spielerfinder Baudelaire sind glaubwürdig beschrieben. Philipp Lohmann Blogger, 10.12.2016 10:46

Wir werden Ihr Spiel beziehen
Sehr geehrter Herr Daniel,
wir werden Ihr Spiel in einigen Läden, in denen wir Spieleabteilungen haben (das ist nicht überall der Fall) über die Barsortimente beziehen und testen. Mit freundlichen Grüßen
Stephan S.
Stephan S. osiander.de, 19.12.2016 08:44

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