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Neues Gesetz: Am 15. September kommt die Optimierungs-Regelung für die Gastronomie

(18.07.2017 12:14) Welche Betriebe die neue Regelung betrifft und was Gastronomen jetzt tun sollten.

Bonn (ond): Alles begann mit einer medizinischen Studie im Auftrag des Ernährungsministeriums (BMEL), diese ist zu dem Ergebnis gekommen, dass der „achtlose“ Konsum von Nahrung ernsthafte gesundheitliche Schäden hervorrufen kann. „Die Verdauung fängt schließlich im Mund an, wie auch dummes Gerede ...“ so Dr. Hannes Pischelreuder vom Ministerium. Viele Verbraucher seien auch gar nicht wirklich achtlos, sondern sie wüssten einfach gar nicht, dass beispielsweise aus Stärke und Speichel Zucker entstünde.

Die gesundheitlichen Probleme sind in medizinischen Fachkreisen als sog. „Zivilisationskrankheiten“ seit langem bekannt. Dazu zählen beispielsweise Gicht und Rheuma, viele Allergien, ständiger Hunger, Bluthochdruck, Diabetes Typ 2 und neuerdings auch Typ 3, sowie Karies.

Im Rahmen der 2-jährigen Studie sollten 1.000 Probanden zunächst einige Wissensfragen zum Thema Ernährung beantworten und sich dann strukturiert ernähren. Eine Vergleichsgruppe hingegen sollte sich wie gewohnt ernähren. Das Ergebnis der Vorabbefragung war alarmierend, so dachten 82,4 % aller Teilnehmer, dass Gastronomen die Aufgabe hätten, ihnen ausgewogene Nahrung zur Verfügung zu stellen. Prof. Dr. Knut Knurzlänger von der Universität Berlin, an der die Studie durchgeführt wurde, erklärte dazu in einem exklusiven Interview mit Online-Nachrichten.de: „91,2 % der Teilnehmer gingen sogar davon aus, dass Lebensmittelhändler sich verpflichtet sehen, Kunden in Sachen Lebensmittel gut zu beraten. Nach Meinung, von über der Hälfte der Teilnehmer, sei auch die Milch der Lila Kuh wesentlich Gesünder, als die der Blinden Kuh.“

Bei beiden Gruppen wurden wöchentlich Daten gesammelt. Das erstaunliche Resultat: Die Wahrscheinlichkeit, dass eine optimierte und strukturierte Ernährung zu besserem Stuhlgang, weniger Müdigkeit und sogar mehr körperlicher Leistung führt, als bei Probanden der Vergleichsgruppe (der sog. „To-Go Gruppe“, welche im Versuchszeitraum, nach wie vor relativ orientierungslos in den Regalgängen der Supermärkte umher irrten) ist um das Neunfache größer. Das hat sogar die Wissenschaftlicher in Ekstase versetzt.

Auf Grund des schlechten Ergebnisses, der vorangegangenen Befragung, hat die Behörde schnell die Sonderbroschüre „Kacken ohne Macken“ in Auftrag gegeben. Schon nach neun Monaten war es dann soweit: Nachdem über ein kompliziertes Ausschreibungsverfahren eine Werbeagentur gefunden wurde und diese den brillanten Titel präsentierte, ging es sofort an die inhaltliche Arbeit. Die Broschüre ist ab sofort für jedermann kostenfrei erhältlich, Bezugsmöglichkeiten siehe Hinweise am Ende dieses Artikels.

Gestartet wurde bei allen Probanden jeweils mit einem BMI (Body Maß Index) zwischen 20 und 25. Laut DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) ist dies ein gesundes Maß. Im Detail bekamen die Teilnehmer der „Struktur-Gruppe“ einen individuellen wie optimierten Speiseplan an die Hand, der besonders viel Raum für Genuss offen hielt. Das Besondere: Die Teilnehmer fanden sogleich einen deutlichen Hinweis, wo sie ihre Zutaten im Supermarkt auch tatsächlich finden konnten.

Über die Hälfte der „To-Go“er hatten nach den zwei Jahren einen 40er BMI und sogar ihren Job verloren. Als Ursache nehmen die Forscher an, dass die viele „Sucherei“ im Supermarkt jeweils zu einer erhöhten Ausschüttung der Hormone Cortisol (bei Frust und Stress) und Testosteron (bei Wut, bei Männern) geführt hat. Weshalb der Griff zu stark zuckerhaltiger Ware, meist direkt an der Kasse, zu einer erhöhten Einlagerung von Energie geführt hat, die dann natürlich nicht verbraucht wurde. Einige griffen sogleich noch zu einem Jägermeister, als Notration für den Weg nach Hause. Schon nach vier Monaten konnten die Forscher diese 86,7 %ige Übereinstimmung beim Kaufverhalten der „To-Go“er Gruppe feststellen.

Ein weiterer Nebeneffekt: Viele der „To-Go“er Gruppe informierten sich sogar bei der Verbraucherberatung Hamburg darüber,wie sich - bei der sich nun entstehenden Zuckersucht, die Zuckerbeschaffung günstiger gestalten ließe. Die Verbraucherberatung Hamburg ist bereits dafür bekannt, auch Mogelpackungen zu identifizieren. Sie geht dabei meist investigativ vor. Sie hat bei einem ihrer sucht-präventiven Abenteuer kürzlich gar Schokolade in einem, zufällig ausgewählten, Supermarkt ausfindig machen können, welche durch zusätzliche Luftbelüftung auffiel. Monierten die Verbraucherberater in der Vergangenheit immer wieder Schachteln und Tüten, die durch übermäßig viel Luft, im Verhältnis zum eigentlichen Inhalt, auffielen, sei jetzt sogar die Ware selbst betroffen.

Den Detektiven der Verbraucherberatung fiel außerdem auf, das die verpackte Tafel zwar aussah wie eine typische 100 Gramm Tafel. Sie wurde vom Hersteller sogar mit der Lila Kuh ausgezeichnet, wog jedoch nur 80 Gramm. Besonders alarmierend: Die zusätzliche Luft wurde auf der Zutatenliste nicht deklariert. Es kursieren jedoch gegensätzliche Meinungen zu belüfteter Schokolade. Studienleiter Prof. Dr. Knut Knurzlänger meint hierzu „Dabei ist doch die Luft in der Schokolade die gesündeste Zutat am ganzen Produkt! Wir warnen allerdings vor Produkten mit Luft aus Peking.“

Statt an der Kasse einzelne mit Luft belüftete Schokoladen Tafeln mit 80 Gramm zu kaufen, empfiehlt die Verbraucherberatung Hamburg Verbrauchern nun generell, lieber auf unbelüftete Sparangebote mit 100 Gramm Inhalt zurückzugreifen. Die Verbraucher sparen dabei bereits bares Geld. Mit einem Schokoladenanteil von 35 % und 57 Gramm Zucker pro 100 Gramm stünde der Verbraucher hier auf der sicheren Seite, denn dies entspricht etwa 20 Würfeln Zucker zu je 3 Gramm.

Die Verbraucherberatung Hamburg finanziert sich aus öffentlichen Mitteln und durch Spendengelder und betreibt diesen Service einzig mit dem Ziel, einer etwaigen Beschaffungskriminalität für Drogen wie dem Zucker keinen Nährboden zu geben. Es wird nun auch überlegt, dieses Beratungsangebot auf Coffein, Nikotin oder Alkohol auszuweiten.

Auf Grund der Studienergebnisse reichte der Minister nun kurz vor der Sommerpause den, vom BMEL eilig erarbeiteten, Gesetzentwurf ein. Das neue Gesetzt dient einer Reform in der Gastronomie und wurde im Schweinsgalopp durchs Parlament gejagt. „Zwar sei eine strukturierte Ernährung viel angenehmer für den Verbraucher, doch lässt sie sich nicht ohne Unterstützung von Handel und Gastronomie realisieren.“ so Prof. Dr. Knut Knurzlänger von der Universität Berlin weiter.

An der Studie haben bundesweit auch 167 Gastronomiebetriebe teilgenommen, die sich rund um das Test-Panel befanden. Sie unterstützten die Probanden, durch teilweise tägliche Essens-Versorgung, weil viele der Probanden auch berufstätig waren. Beim Lebensmittelhandel waren für den Testzeitraum strukturbedingt leider keine Kapazitäten zur Unterstützung verfügbar. Dieser geht derweil andere Wege. So soll etwa die zusätzliche Einzel-Folien-Verpackung von Bananen dem Verbraucher mehr Orientierung geben. Denn laut einer vom Handel beauftragten Studie, wussten zuletzt 87 % der Verbraucher noch immer nichts mit dem Gelben Sack anzufangen. Da Projekte, wie zuletzt das zur Folien-Verpackung zweier auf Pappe dekorierter großer Tomaten, mit der Beschriftung „2 Big Burger Tomatoes“, sehr viel Zeit in Anspruch nehmen, sei, laut einem aktuellen Bericht der Lebensmittelzeitung, mit einer Unterstützung durch den Lebensmittelhandel erst in frühestens zwei Jahren zu rechnen.

Dr. Hannes Pischelreuder vom BMEL weiter: „Die Gastronomie ist nun ein erster wichtiger Schritt. Wir hoffen, das Gesetz im Laufe der kommenden Legislaturperiode auch auf den Lebensmitteleinzelhandel ausweiten zu können.“

Die 5 wichtigsten Neuerungen.

Im einzelnen haben alle Gastronomiebetriebe nun einige Standards zu erfüllen. Hier die fünf Wichtigsten:


1.) Bei Bestellungen Frage nach der Gesundheitskarte
2.) Errechnung des individuellen Eiweißbedarfs für den vom Gast angegebenen Verwendungszweck.
3.) Beratungsgespräch vor der Bestellung, in dem auch Unverträglichkeiten erfragt werden.
4.) Um Maß nehmen zu können, muss jeder Gastwirt über eine Personenwaage und einen Zollstock verfügen.
5.) Absolute Eiweißgehalt-Angabe in der Speisenkarte und auf dem Bewirtungsbeleg. Gliederung in vollwertige Eiweiße und solche mit geringerer Biologischer Wertigkeit.

Die Frist zur vollständigen Umstellung ist der 01. April 2018. Ab dann wird von den ohnehin unterforderten Ordnungsämtern die neue Verordnung streng kontrolliert.

Zur Vereinfachung des Systems können Bürger einfach ihre Gesundheitskarte beim Wirt vorlegen. Aus Datenschutzgründen kann der Gastwirt hier nur Körpergröße, Jahrgang, Geschlecht und den aktuellen BMI auslesen. Beim Einlesen solcher Daten würde der Lebensmitteleinzelhandel an die Grenzen des technisch machbaren geraten, so die Lebensmittelzeitung weiter. Auch mit dem Dreisatz seien viele Systeme noch überfordert. Mit einer Verbesserung sei erst mit dem Intel Core Prozessor, der 10. Generation zu rechnen. Eine weitere gute Nachricht für den Verbraucher: Eine Rezeptgebühr wird nicht fällig! Eine solche Rückfrage von der FDP, hätte das Gesetz beinahe noch zum Kippen gebracht.

Auf lange Sicht erwarten Experten eine Reformierung der Gastronomie. Viele erkennen bereits neue Märkte: Ein Fastfood-Gigant mit jährlich über 5 Milliarden Euro Umsatz allein in Deutschland, hat bereits angekündigt, sich zukünftig „Schnelloptirant“, statt wie bisher „Schnellrestaurant“ nennen zu wollen. Hier sind auch bauliche Veränderungen im Gespräch: Die Drive-In-Einfahrten würden um zehn Meter verlängert, um weitere Terminals aufzustellen zu können. Bei der Einfahrt erwartet den Kunden zunächst der Gesundheitskarten-Einlese-Terminal. Die komplizierten Dreisatz-Berechnungen dauerten etwa so lange, wie ein Pkw bei Schritttempo für fünf Meter benötigt. Erst dann folgt der Beratungsterminal und schließlich der Bestellterminal, so die Pressestelle in der Münchener Drygalski-Allee.

Kurz vor Redaktionsschluss ereilt uns noch eine Mitteilung des Insolvenzverwalters des Fastfood-Giganten. Um keine Arbeitsplätze zu gefährden erwägt dieser eine deutliche Anhebung der Preise für Fleischhaltige Produkte und die zukünftige Verwendung von echtem Fleisch, um auf dem Markt weiter überleben zu können. Hochrechnungen haben außerdem ergeben, dass der Ballaststoffanteil für eine noch gesunde Ernährung generell gesteigert werden müsse. Aus diesem Grund empfiehlt der Fastfood-Gigant schon heute, nicht nur die Burger-Verpackungspapiere und -schachteln mitzuessen, sondern auch die Papiertüten. Die großen Edelstahl-Müllkuben können deshalb abmontiert und beim Eisenhandel verwertet werden, was dem Unternehmen wieder für sechs Monate Liquidität gibt.

Interessierte Verbraucher und Gastronomen erhalten die Broschüre „Kacken ohne Macken“ ab sofort kostenfrei (digital oder gedruckt per Post, einfach eine Email an poststelle [at] bmel.bund.de mit dem Betreff „Broschüre Kacken ohne Macken“ senden). Die Broschüre enthält außerdem ein Kackhaufen-Leporello mit sieben Kackhaufen-Typen in Originalgröße („Bristol-Stuhlformen-Skala“), für die heimische Klotür.


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»OH JA!«
Ja, den Anfang fand ich ganz gut. Also der hat mich durchaus neugierig gemacht, ja! Relativ zum Ende hin: Da hätte ich richtig Bock gehabt. Da kam so eine richtige Euphoriewelle - wo ich mir gedacht habe ... jetzt, jetzt kommts richtig rüber ... bis dahin war es - wie soll ich sagen - sehr flach ansteigend. Und dann, dann hab ich mir gedacht »OH JA!«, jetzt kommt richtig was! ...
Dr. Bernd Wagner (rer. nat.) (Probeleser vor dem Lektorat), 08.07.2016 09:11

Gerne bleiben wir in Kontakt
Hallo Stephan,
die Messen haben uns viel Spaß gemacht und es war schön Dich kennen gelernt zu haben. Gerne bleiben wir in Kontakt. Viele Grüße aus Dreieich
Matthias
Matthias W. abacusspiele.de, 15.11.2016 15:15

Makronährstoffe
Moin Stephan!
..., um was es sich bei den Makronährstoffen tatsächlich handelt. Und nicht jeder hat Deine Schulbildung genossen oder kann sich noch daran erinnern ... Bis denne!
Grüße, Marcus
Marcus P. roterdorn.de, 08.12.2016 10:27

Excel
Hallo Herr Daniel, Sie sind spitze. - und auch die Exceltabelle. Habe sie mit OpenOffice geöffnet – die Formeln haben auch funktioniert. Wir sind begeistert! Ich freue Ihnen einen guten Rutsch und bis demnaechst. GabyGabrielle R. , 30.12.2016 16:05